Technische Dokumentation
Methodik
Jede Formel, jede Annahme und jede Stelle, an der wir der Gegenseite entgegengekommen sind. Die Seite hat eine Regel: Zahlen darf man bestreiten, also müssen sie offenliegen.
1. Wie das aufgebaut ist
Das Modell hat drei Schichten:
| Modell | Alle Eingangsparameter (jeder mit Quellenschlüssel) und die gesamte Arithmetik an einer Stelle. |
| Diagramme | Als reines SVG aus den Modellergebnissen erzeugt. Keine Diagrammbibliotheken, keine Rasterdateien — deshalb bleiben sie in jeder Skalierung scharf und für Screenreader lesbar. |
| Seitensatz | Setzt Zahlen und Diagramme in die Platzhalter der Vorlage. Die Vorlage enthält ausschließlich Platzhalter — nie Werte selbst. Ein nicht aufgelöster Platzhalter bricht den Bau der Seite ab. |
Die Trennung ist Absicht: der Fließtext dieser Seite enthält keine einzige von Hand eingetragene Zahl. Wirkt ein Wert gedehnt, genügt es, den entsprechenden Parameter aus der Tabelle in Kapitel 6 zu ändern und zu verfolgen, wie stark das Ergebnis davon abhängt — der Rechner auf der Startseite tut genau das in Echtzeit. Die Schlussfolgerungen stützen sich bewusst auf Größen, bei denen man sich um mehrere Größenordnungen irren müsste, damit sich etwas ändert.
2. Das Kriterium der Streifenbildung
Die Steigung der Geraden, entlang derer sich Abgas mit der Umgebungsluft mischt:
Die Schwellentemperatur bei gesättigter Luft (Schumanns analytische Näherung an die exakte Lösung des Kriteriums):
Die Sättigungsdampfdrücke folgen der Magnus-Tetens-Formel, getrennt über unterkühltem Wasser und über Eis. Der Abstand zwischen diesen Kurven ist der Bereich, in dem ein Streifen nicht verdunstet, sondern wächst.
3. Massenbilanz des Programms
Der Ausgangspunkt ist der Theorie gegenüber großzügig: wir nehmen eine reale, begutachtete Kostenrechnung für Geoengineering (Smith und Wagner, 3,0 Mt SO₂ pro Jahr im fünfzehnten Jahr) und fragen, wie viel davon für dieselbe Wirkung nötig wäre, wenn man aus Reiseflughöhe ausbringt.
Drei Stellen, an denen diese Schätzung zu niedrig ist — also der Theorie entgegenkommt:
| Die Lebensdauer in der Troposphäre wurde mit einem Monat angesetzt, obwohl die Literatur „Tage bis Wochen“ nennt. Zwei Wochen verdoppeln die erforderliche Masse. |
| Die geringere radiative Wirksamkeit von Aerosol in 10 km gegenüber 20 km bleibt unberücksichtigt. |
| Sprühverluste, die Sedimentation größerer Partikel und der Umstand, dass ein Teil der Flüge unterhalb jeder Höhe stattfindet, in der sich etwas hielte, bleiben unberücksichtigt. |
Der Treibstoffaufwand für den Transport der Last folgt einer Faustregel: rund 3,5 % der Masse der Zusatzlast werden je Flugstunde verbrannt, bei einer mittleren Flugdauer von 2,2 Stunden. Dieser Parameter ist eine Näherung; halbiert man ihn, halbiert sich das Ergebnis, und keine Schlussfolgerung verschiebt sich.
4. Die Personalbilanz — Besetzungsquoten
Wir zählen Personen, nicht Schichten und nicht Flüge. Die Quoten sind am unteren Rand der Branchenspannen gewählt.
| Rolle | Angesetzt | Begründung und Gegenprobe |
|---|---|---|
| Piloten | 261.351 | ≈9 Piloten je Flugzeug (Tagesbesetzung × Reserven, Urlaub, Schulung) |
| Mechaniker und Technik | 348.468 | ≈12 Techniker je Flugzeug; die Line-Wartung sieht jeden Einbau |
| Bodenabfertigung und Betankung | 116.156 | ≈4 Personen je Flugzeug, die den Substanztank auffüllen |
| Ingenieure und Zulassung des Einbaus | 20.000 | ≈30 Flugzeugmuster × Konstruktions- und Zulassungsteam |
| Chemieproduktion und Logistik | 66.000 | 1 Arbeitsplatz je 1.000 t Jahresproduktion |
| Luftfahrtbehörden, die den Umbau zulassen | 2.500 | ≈50 Personen × ≈50 Luftfahrtbehörden |
| Vorstände der Fluggesellschaften | 5.690 | 5 Personen je Airline; jemand genehmigt einen fremden Einbau in der eigenen Flotte |
| Wissenschaftler, die Messungen verschweigen | 10.000 | Betrieb von IAGOS/CARIBIC, Satellitenauswertung, Luftqualitätslabore |
| Regierungs- und Militärkoordination | 5.000 | Programmstab in mehreren Dutzend Staaten |
Größenordnungsprüfung: 29.039 Flugzeuge × 9 Piloten ergibt rund 261.351 Piloten weltweit. Boeing prognostiziert einen Bedarf von 660 Tausend neuen Piloten und 710 Tausend Technikern in zwanzig Jahren[Boeing], was bei normaler Fluktuation einer Basis derselben Größenordnung entspricht. Die Quoten sind also nicht überhöht.
Bewusst nicht gezählt: Kabinenpersonal (eigene Variante), Fluglotsen, Zoll und Grenzschutz, Versicherer, Auditoren, Hersteller von Tanks und Pumpen, Tankwagenfahrer, medizinisches Personal. Jede dieser Gruppen erhöht das Ergebnis.
5. Das Zerfallsmodell der Geheimhaltung
Der Wert p = 4,09·10⁻⁶ ist der niedrigste der drei Kalibrierungen von Grimes, also die Annahme, dass die Beteiligten dieses Programms diskreter sind als NSA-Mitarbeiter, die Tuskegee-Ärzte und FBI-Analysten.
Ehrlich zu den Schwächen
Das Modell unterstellt ein einheitliches und unabhängiges p für alle Beteiligten sowie eine konstante Kopfzahl. Die Kalibrierung stützt sich auf Affären, die herauskamen, also auf eine verzerrte Stichprobe — gehaltene Geheimnisse tauchen darin per Definition nicht auf. Diese Kritik stammt von M. Dentith[Dentith] und ist berechtigt.
Deshalb ruht der Schluss nicht auf dem exakten Wert des Ergebnisses, sondern auf dessen Abstand. Damit ein Programm mit 835.165 Beteiligten eine Chance von eins zu hundert auf dreißig Jahre hätte, müsste p in der Größenordnung von 10⁻¹⁰ liegen — ein Leck je zehn Milliarden Personenjahre. Das sind vier Größenordnungen unterhalb der bestbelegten menschlichen Disziplin. Ein Irrtum um eine oder zwei Größenordnungen ändert nichts.
Der zweite Kanal: moralischer Ausstieg
Das Grimes-Modell beschreibt zufällige Lecks oder solche aus Gewissensgründen gegenüber Fremden. Hier kommt ein Faktor hinzu, den kein Kalibrierungsfall hatte: der Beteiligte schadet der eigenen Familie. Wir behandeln das als unabhängigen Prozess mit einer jährlichen Wahrscheinlichkeit q je Person, wobei die Zahl der Ausstiege pro Jahr N·q beträgt und die Chance auf keinen Ausstieg über t Jahre (1−q)N·t. Wir geben q im Bereich von 1:1 000 bis 1:1 000 000 pro Jahr an, weil er sich empirisch nicht bestimmen lässt — es gibt keinen Präzedenzfall für ein Programm, in dem Beteiligte die eigenen Kinder vergiften.
6. Die vollständige Parameterliste
Alles, was in das Modell eingeht, mit Einheit und Quelle — was die einzelnen Größen bedeuten, steht in den Kapiteln oben. Mit Annahme markierte Einträge stammen nicht aus der Literatur und sind offen benannt.
| Parameter | Wert | Einheit | Quelle |
|---|---|---|---|
flights_year | 35,30 ×10⁶ | Flüge/Jahr | ATAG |
departures_2024 | 37,40 ×10⁶ | Flüge/Jahr | ICAO Annual Report 2024 |
fleet | 29.039 | Flugzeuge | ATAG |
airlines | 1.138 | Airlines | ATAG |
airports | 4.072 | Flughäfen | ATAG |
passengers_2024 | 4,70 ×10⁹ | Passagiere | ICAO Annual Report 2024 |
direct_jobs | 11,60 ×10⁶ | Arbeitsplätze | ATAG |
jetfuel_litres | 348,75 ×10⁹ | l/Jahr | ATAG |
jetfuel_density | 0,80 | kg/l | Specyfikacja paliwa Jet A-1 (ASTM D1655 / DEF STAN 91-091) |
co2_year | 882,00 ×10⁶ | t CO2/Jahr | ATAG |
ei_h2o | 1,24 | kg/kg | U. Schumann |
ei_co2 | 3,16 | kg/kg | Stechiometria spalania nafty lotniczej |
cp_air | 1.004 | J/(kg·K) | U. Schumann |
epsilon | 0,62 | — | U. Schumann |
Q_fuel | 43,00 ×10⁶ | J/kg | Specyfikacja paliwa Jet A-1 (ASTM D1655 / DEF STAN 91-091) |
eta_prop | 0,30 | — | U. Schumann |
p_cruise | 25.000 | Pa | Międzynarodowa Atmosfera Wzorcowa (ISA, ISO 2533) |
sai_altitude | 20,00 | km | Smith & Wagner |
sai_mass_y15 | 3,00 ×10⁶ | t SO2/Jahr | Smith & Wagner |
sai_flights_y15 | 60.109 | Flüge/Jahr | Smith & Wagner |
sai_fleet_y15 | 95,00 | Flugzeuge | Smith & Wagner |
sai_payload | 25,00 | t | Smith & Wagner |
sai_cost | 2,25 ×10⁹ | USD/Jahr | Smith & Wagner |
ceiling_bizjet | 16,00 | km | Smith & Wagner |
cruise_alt | 10,50 | km | Międzynarodowa Atmosfera Wzorcowa (ISA, ISO 2533) |
tau_strat | 22,00 | Monate | Toohey, Jia, Khanal, Tegtmeier |
tau_trop | 1,00 | Monat | Toohey, Jia, Khanal, Tegtmeier |
so2_anthropogenic | 73,47 ×10⁶ | t SO2/Jahr | Our World in Data / CEDS |
prod_al | 72,00 ×10⁶ | t/Jahr | USGS Mineral Commodity Summaries 2025 |
prod_barite | 8,20 ×10⁶ | t/Jahr | USGS Mineral Commodity Summaries 2025 |
prod_sr | 510.000 | t/Jahr | USGS Mineral Commodity Summaries 2025 |
ba_in_barite | 0,59 | — | Masy molowe i udziały masowe |
al_in_alumina | 0,53 | — | Masy molowe i udziały masowe |
crust_al | 8,23 | Massen-% | Rudnick & Gao |
crust_fe | 5,63 | Massen-% | Rudnick & Gao |
crust_ca | 4,15 | Massen-% | Rudnick & Gao |
p_leak | 4,09·10-6 | 1/(Person·Jahr) | D. R. Grimes |
p_leak_prism | 1,42·10-5 | 1/(Person·Jahr) | D. R. Grimes |
p_leak_tuskegee | 7,5·10-6 | 1/(Person·Jahr) | D. R. Grimes |
p_leak_fbi | 2,11·10-5 | 1/(Person·Jahr) | D. R. Grimes |
years_running | 30,00 | Jahre | Annahme |
household_world | 3,50 | Personen | UN DESA Population Division |
household_eu_na | 2,40 | Personen | UN DESA Population Division |
close_family | 8,00 | Personen | Annahme |
experts_surveyed | 77,00 | Personen | Shearer, West, Caldeira, Davis |
experts_no_evidence | 76,00 | Personen | Shearer, West, Caldeira, Davis |
erf_contrail | 57,40 | mW/m² | Lee i in. |
erf_co2_avia | 34,30 | mW/m² | Lee i in. |
erf_aviation_share | 3,50 | % | Lee i in. |